Franziskuskirche

  • erbaut von Nov. 1932 bis Sep. 1933
    Architekt: Prof. Dominikus Böhm, Köln

  • Backsteinsaalbau – mit leicht gewölbter Faltdecke

  • 1945 im Krieg stark beschädigt

  • 1998 letzte große Sanierung

  • Besonderes: Wandbild von Prof. Markus Lüpertz
    ‚Der Totentanz‘ 33 m lang entstanden: 2002

© Hartmut Vits | Aussenansicht der Kirche St. Franziskus (Backsteinsaalbau), mit Blick auf das Radfenster und den Glockenturm

Franziskusstraße 5, 41238 Mönchengladbach

Für die seit Mitte des 19. Jahrhundert im ursprünglich fast rein protestantischen Rheydter Ortsteil Geneicken wachsende katholische Bevölkerung konnte Ende 1911 in der ehemaligen Evangelischen Volksschule an der Geneickener Straße eine erste kleine Kapelle eingerichtet werden. Kurz darauf bildete sich am 24. Januar 1912 ein „Katholischer Kirchenbauverein für den östlichen Stadtteil Rheydt“.

Bis zum Bau der eigentlichen Kirche dienten dann ab Ostern 1914 Räume im alten Lehrerseminar an der Friedensstraße sowie ab 1919 ein Saal der Wirtschaft Eckert an der Niersbrücke als Ort für den katholischen Gottesdienst.

Im Jahre 1926 fand die seit 1920 bestehende Rektoratsgemeinde St. Franziskus ein Baugrundstück an der Schlossstraße. Es sollte jedoch noch einige Jahre dauern, bis die junge Gemeinde die ausreichenden Mittel für den Bau eines Gotteshauses aufbringen konnte. 

Aus verschiedenen Entwürfen des Kölner Professors Dominikus Böhm wurde eine finanzierbare Variante ausgewählt, für die am 27. November 1932 der erste Spatenstich erfolgte.

Die Grundsteinlegung fand mitten im Winter am 8. Januar 1933 statt. Anhaltender Frost und schlechte Witterung verzögerten die Fertigstellung, die mit der Kirchweihe durch Weihbischof Sträter am 10. September 1933 abgeschlossen werden konnte.

Bei dem Bauwerk handelt es sich um einen Backsteinsaalbau, der nach Westen ausgerichtet ist und eine leicht gewölbte Faltendecke hat. An der Nordseite steht ein niedriges Seitenschiff mit einer flachen Decke. Am Ostgiebel ist ein großes Radfenster. Die Kirche wird von einem stumpfwinkeligen Satteldach überdeckt. Südlich des Altarraumes ist die Sakristei. Der Turm wird von einem Pultdach bedeckt.

Eine Orgel erhielt die Kirche im Jahre 1937. Bis zum 1. Februar 1945 bliebt das Kirchengebäude von Schäden durch Bombenangriffe währen des 2. Weltkrieges weitgehend verschont. An diesem Tag wurde die Franziskuskirche schwer getroffen, wobei die Epistelseite der Kirche aus dem Verband mit der Chormauer gelöst wurde und sich die Dachkonstruktion verschob. Anfang der 1950er wurden diese Kriegsschäden nur notdürftig repariert, bevor eine umfassende Renovierung und Instandsetzung der Kirche 1969/70 die Schäden beseitigten. Eine letzte größere Renovierung fand Ende der 1990er Jahre statt, wobei die Faltdecke in der Kirche erneuert wurde. Seit dem Jahre 2002 befindet sich an den beiden Seitenwänden der Kirche der 33 Meter lange Totentanz von Professor Markus Lüpertz, der diesen der Gemeinde später schenkte. Markus Lüpertz spendete ausserdem die vor der Kirche stehende Skulptur des Heiligen Franziskus.

Die Franziskuskirche war von 1933-1952 Rektoratskirche und bis Ende 2009 dann eine Pfarrkirche. Seither gehört sie als Filialkirche zur Pfarrgemeinde St. Marien.

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